Hydraulischer Rettungssatz

Zur Personenbefreiung aus verunfallten Fahrzeugen wird häufig ein Hydraulischer Rettungssatz verwendet. Ein Rettungssatz besteht aus einem Motorpumpenaggregat sowie einem seperaten Spreizer und einer Rettungsschere. Als Ergänzung wird oft ein hydraulischer Rettungszylinder sowie Zubhör verwendet. Neben den aggregatbetriebenen Geräten gibt es auch Akkugeräte, die in einem Gehäuse Akku, Ölkompressor und Kombispreizer vereinen.

Der hydraulische Rettungssatz entfaltet seine Wirkung durch einen doppelt wirksamen Hydraulikzylinder. Durch ein Ventil kann der Ölstrom durch die Hydraulikpumpe in zwei Richtungen erfolgen, so dass die Geräte sowohl Druck als auch Zug ausüben können. Ob sich die Schere bzw. der Spreizer öffnet oder schließt, sprich in welche Richtung das Öl gepumpt wird, wird durch eine Steuerung am Griff geregelt.

Der Spreizer dient zum Auseinanderspreizen von verklemmten oder deformierten Autotüren oder zum Wegdrücken von Wrackteilen. Er kann allerdings auch zum Zusammendrücken oder Anheben verschiedener Materialien benutzt werden. Durch die multifunktional gestalteten Spreizerbacken – sie bestehen aus gesenkgeschmiedetem und gehärtetem, scharfkantigem Stahl – ist es auch möglich in kleinste Spalten zu kommen bzw. Blech zu schälen. Mit einem speziellen Kettensatz kann mit dem Spreizer auch gezogen werden, um z.B. die Lenksäule eines PKW zur Personenbefreiung wegzuziehen. Heutzutage wird jedoch meist der gesamte Motorraum mit einem Rettungszylinder nach vorne weggeklappt.

Die Rettungsschere dient zum Durchtrennen von Materialien. Sie wird bei Verkehrsunfällen vornehmlich dazu verwendet Entlastungsschnitte zu setzen und das Dach für eine patientengerechte Rettung abzutrennen. Die immer weiter fortschreitende Verbesserung der passiven Sicherheit im PKW-Bereich bringt durch die in den Fahrzeugen verbauten Materialien und Spezialprofile zusätzliche Probleme für die Feuerwehren mit sich. So sind zum Beispiel die B-Säulen moderner Pkws so stabil gearbeitet, dass Rettungsscheren mit einer max. Schneidkraft von über 1.000 kN (100 t) im Einsatz sind. Diese starken Rettungsscheren sind wegen ihres hohen Eigengewichts nicht einfach zu handhaben. Ebenso wird die Arbeit durch den Einbau zusätzlicher Airbags erschwert, da die Gasgeneratoren dieser Einrichtungen beim Durchtrennen explodieren können und somit eine große Gefahr für Umstehende und arbeitende Feuerwehrleute darstellen können. Auch sind die Gaszylinder von Kofferraumklappen sind nicht durchtrennbar. Die Kolbenstange ist aus gehärtetem Metall gefertigt und würde beim Zerteilen die Schneiden der Schere beschädigen. Unter Verwendung eines Schraubenziehers kann der Gaszylinder jedoch leicht aus seiner Verankerung gelöst werden.