„So! Und jetzt alle: Katze – Kuh – Katze – Kuh.“ 25 Kinder und Jugendliche knien auf Yoga-Matten und machen einen Katzenbuckel, bevor sie in ein leichtes Hohlkreuz wechseln. Warum sie das machen? Natürlich weil Dienstsport angesagt ist!
Pünktlich um 09:00 Uhr startete die gemeinsame 24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehren Stuttgart-Rohracker und -Wangen mit einer Sport-Session im neuen SKS SportHub unter Anleitung eines erfahrenen Trainers. Mit verschiedenen Übungen zu Kraft, Ausdauer und Koordination wärmten sich alle für die kommenden Einsätze auf.
Auf den Hund gekommen
Und tatsächlich ließ der erste Alarm nicht lange auf sich warten. Fünf Löschfahrzeuge machten sich auf den Weg zu einer Personensuche. Auf dem Werksgelände eines Baustoff-Lieferanten galt es, eine vermisste Person zu finden, die von einem Altenheim als abgängig gemeldet worden war. Suchen mussten die Kinder und Jugendlichen jedoch nicht allein: Sie erhielten kompetente Unterstützung von Bailey – einem Hund der DRK-Rettungshundestaffel.
Während Bailey und ihre Hundeführerin sich auf die Suche machten, erfuhren die Jugendfeuerwehr-Mitglieder viel Wissenswertes über die Arbeit der Rettungshundestaffel, die Ausbildung der Teams und den Ablauf einer Suche. Plötzlich lautes Gebell: Bailey ist fündig geworden – die Person ist wohlauf! Nun durften sich auch die Nachwuchsretter an die Suche und Bergung zweier versteckter Dummies machen.
Danach war es Zeit für das Mittagessen. Im Wangener Gerätehaus gab es eine wohlverdiente Stärkung und die Chance, kurz zu verschnaufen.
PKW-Brand in Tiefgarage
Am frühen Nachmittag schallte plötzlich der Alarmgong durch das Haus: „Dringender Einsatz für alle Fahrzeuge, Brand in der Tiefgarage eines Baumarktes!“ Die erste Erkundung ergab: Ein PKW brennt, drei Personen werden vermisst. Umgehend wurden die Brandbekämpfung und die Personensuche eingeleitet. Ausgestattet mit Atemschutz-Attrappen suchten die Jugendlichen nach den Vermissten und bauten den Löschangriff auf, während auf dem Parkdeck eine Riegelstellung zum Schutz des Baumarktes errichtet wurde. Schon wenig später hieß es dann: „Personen gerettet, Feuer aus!“
Wie es der Zufall so wollte, veranstaltete der Baumarkt genau an diesem Tag sein Sommerfest. So konnten die Kinder und Jugendlichen ihr Können vor Publikum unter Beweis stellen – und das eine oder andere Kinderherz schlug beim Anblick der vielen Feuerwehrautos sicher höher. Für die Kinder und Jugendlichen gab es nach der Übung von den anwesenden Gästen viel Lob für ihre Arbeit!
Abkühlung und kleine Einsätze
Bei den heißen Temperaturen war bald Abkühlung gefragt: Erst mit reichlich kühlem Wasser und später bei einer spontanen Eis-Pause im Schatten eines Supermarkt-Parkplatzes.
Über den Nachmittag verteilt galt es, weitere kleinere Einsätze zu absolvieren. Hierfür wurden jeweils ein oder zwei Fahrzeuge alarmiert. Im Bereich einer Schleuse war ein Pkw in Brand geraten und in den Weinbergen über Obertürkheim kam es zu einem Verkehrsunfall mit verletzten Personen und auslaufenden Betriebsstoffen. Als wäre das nicht genug, musste auch noch ein kleiner Böschungsbrand gelöscht werden.
Szenenwechsel in das Gerätehaus der Feuerwehr Rohracker: Weiter geht es mit der Abkühlung. Aus Steckleiterteilen wurde ein kleiner Pool gebaut, der sich großer Beliebtheit erfreute. Wer es lieber trocken mochte, entspannte sich im Jugendraum auf dem Sofa oder spielte eine Runde Tischtennis.
„Ob es noch einen Einsatz gibt?“
Nach einem leckeren Abendessen kam die obligatorische Frage auf: „Ob heute wohl noch ein Einsatz kommt?“ Die Antwort: Sogar zwei!
Zwei Löschfahrzeuge wurden zu einem Brand auf dem Gelände einer Autowerkstatt gerufen. Hier brannte es im Bereich der Waschanlage, zudem wurde eine Person vermisst. Schnell stand der Löschangriff und die Suche nach dem Vermissten begann. Kurz darauf der Alarm für die anderen drei Fahrzeuge: Brandstifter hatten auf einem Aktivspielplatz mehrere Feuer entzündet. Die Personensuche im verwinkelten und vernebelten Haus des Spielplatzes war herausfordernd, aufregend und schlussendlich auch von Erfolg gekrönt.
Zurück im Gerätehaus hieß es schließlich: „Bettfertig machen!“ Und schon kurze Zeit später lagen alle müde und erschöpft in ihren Schlafsäcken – Nicht!
Das gemeinsame, reichhaltige Frühstück (mit viel Nutella) am nächsten Morgen rundete eine erfolgreiche 24-Stunden-Übung ab. Das Fazit: Jede Menge positives Feedback, glückliche Kinder und Jugendliche sowie zufriedene Betreuerinnen und Betreuer.





